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Rosemarie Koczy. Ich webe euch ein Leichentuch

Quelle: Jüdisches Museum Rendsburg
Ich wege euch ein Leichentuch ist der Titel einer Ausstellung mit Gemälden und Federzeichnungen der jüdischen Künstlerin Rosemarie Koczy.
Rosemarie Koczy (1939–2007), eine in Recklinghausen geborene Tochter aus jüdischer Familie, wurde 1942 mit drei Jahren ins Dachau-Außenlager Traunstein deportiert und war 1943 bis 1945 im Außenlager Ottenhausen-Saarbrücken, das zum KZ Natzweiler-Struthof im Elsass gehörte. Nach dem Krieg lebte Koczy sechs Jahre in einem Displaced-Persons-Camp. Sie studierte Anfang der sechziger Jahre an der Genfer École des Arts Décoratifs. Seit Mitte der siebziger Jahre widmete sie sich zunehmend der Aufarbeitung ihrer Erlebnisse. Unter dem Titel »Ich webe euch ein Leichentuch« schuf Koczy neben vielen Gemälden über 12.000 Federzeichnungen.
Vehement forderte sie, dass den oftmals vergessenen und unbeerdigten NS-Opfern eine Erinnerung geschaffen werden müsse. Bei jeder Ausstellung ihrer Werke solle der
Kommentar stehen: »The drawings I make every day are titled ›I Weave You a Shroud‹. They are burials I offer to those I saw die in the camps.«
Zentrales Motiv ist der ausgemergelte, gequälte Mensch. Neben der körperlichen Versehrtheit, die sich in der leiblichen Deformation niederschlägt, werden psychische Zerrüttung und Einsamkeit der Opfer der rassistischen Verfolgung in Deutschland dargestellt. Mit beklemmenden Figurendarstellungen in engen Räumen
versucht sie, den Ermordeten der Konzentrationslager ein Gedächtnis zu schaffen. Uns blicken Menschen mit unnatürlich langen und dünnen Gliedmaßen in verstörender
Weise an. Ob als Federstrichlage oder sich wild überkreuzende Acrylfarbstreifen – überall verweist die Textur des Gewobenen auf das Leichentuch und den Gebetsschal der jüdischen Religion (Tallit), mit dem Tote in Würde beerdigt werden.
Nachdem Koczy 2007 gestorben war, stiftete ihr Mann, der bei New York lebende Komponist Louis Pelosi, dem Jüdischen Museum Rendsburg acht große Acrylgemälde, 37 Federzeichnungen und ein großes Holzrelief. In der Ausstellung sind außerdem viele weitere Zeichnungen und Leinwände aus dem Museum im Lagerhaus in St. Gallen
zu sehen.
Jüdisches Museum Rendsburg
Prinzessinstraße 7 – 8 · 24768 Rendsburg
Telefon (04331) 2 52 62 · info@jmrd.de
www.jmrd.de · www.schloss-gottorf.de
Öffnungszeiten
21. Februar bis 2. Mai 2010
Dienstag bis Sonntag 12 bis 17 Uhr
Sonntagsführungen am 7. März, 28. März, 11. April und
am 2. Mai 2010 – jeweils um 12 Uhr
Führungen kosten € 4,50 (inklusive Eintritt)

Kategorie
:
Ausstellungen, Kunst, Ausstellungen
 
Wann
:
Sonntag, 21.02.2010 bis Sonntag, 02.05.2010
Uhrzeit
:
12-17 Uhr
Wo genau
(Straße,Ort)
:
Jüdisches Museum Rendsburg, Prinzessinstraße 7-8, Rendsburg (Neuwerk)
Ansprechpartner
:
Jüdisches Museum Rendsburg
Prinzessinstr. 7-8
24768 Rendsburg
Tel.: 04331 2 52 62
Fax.: 04331 2 47 14
eMail: jmrd@schloss-gottorf.de
Web: www.juedisches-museum-rendsburg.de

Quelle
:
Dependance Jüdisches Museum Rendsburg - Stiftung Schleswig Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf
Adresse
:
Dr. Christian Walda
Prinzessinstr. 7-8
24768 Rendsburg
Tel.: 04331 2 52 62
Fax: 04331 2 47 14
eMail: jmrd@schloss-gottorf.de
Web: www.schloss-gottorf.de

 



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